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Impfungen sind wichtig und erhöhen das SID-Risiko nicht

Lesen Sie dazu auch "Guter Rat vom Kinderarzt. Dresdner Neueste Nachrichten vom 06.11.2004"

Zunächst möchte ich an einem konkreten Beispiel die wichtige Bedeutung der Anamnese und der Autopsie erläutern. Nur durch klare Sachinformation kann im Einzelfall eine kompetente ärztliche Beratung erfolgen:

Ein plötzlicher Kindstodesfall im 2. Lebensjahr trat kürzlich unabhängig von einer Impfung auf. Einige Hinweise sprachen für einen "verspäteten plötzlichen Säuglingstod". Etliche Angaben deuteten auch auf die Möglichkeit eines Schütteltraumas. In der Autopsie zeigte sich dann eine Magendarminfektion mit rasch zum Tode führender Enzephalitis und Hirnödem. Ein Trauma liess sich sicher ausschließen. Ich erwähne diesen Fall, weil sich daran auch aktuell die entscheidende Bedeutung der Autopsie zeigt. Ohne Autopsie wäre der Vorwurf der Kindesmisshandlung nicht auszuräumen gewesen und auch die leider sehr rasch verlaufende Infektion war nur durch die Autopsie aufzuklären.

Frau PD Dr. Vennemann aus Münster stellte innerhalb der 100. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde- und Jugendmedizin 2004 in Berlin die Ergebnisse der deutschen BMFT-Studie u.a. auch zur Frage SID (sudden infant death) und 6-fach-Impfung vor. In dieser grossen Fall-Kontroll-Studie zeigte sich eindeutig KEINE erhöhte Häufigkeit des plötzlichen Säuglingstodes im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen, auch nicht mit der 6fach-Impfung. Der zeitliche Zusammenhang wurde in der Analyse auf Grund der aktuellen Diskussion bei der Auswertung sogar auf ein Zeitintervall von 14 Tagen ausgedehnt. Auch dabei fand sich keine erhöhte SID-Häufigkeit in der Gruppe der geimpften Kinder. Weiterhin zeigten die autoptischen Untersuchungen am ZNS der Kinder keine Unterschiede - egal ob sie im zeitlichen Zusammenhang mit der 6fach-Impfung verstorben waren oder nicht.

Aus München wurde in der gleichen Sitzung umfangreiches Datenmaterial über plötzliche Kindstodesfälle im 2. Lebensjahr zusammengetragen. Demnach gibt es derartige Ereignisse analog SID auch jenseits des 1. Lebensjahres, aber wesentlich seltener. Klare epidemiologische Daten fehlen bisher - auch deshalb, weil das differenzialdiagnostische Spektrum potenzieller Ursachen sehr gross ist und bisher nicht alle Todesfälle im 2. Lebensjahr tatsächlich als "plötzliche Todesfälle" verschlüsselt werden.

Vor diesem unsicheren epidemiologischen und Definitions-Hintergrund ist die in manchen Tageszeitungen erwähnte statistische Aussage eines erhöhten Impfrisikos im 2. Lebensjahr anhand von wenigen Einzelfällen anzuzweifeln.

Folgende ältere Studien und Stellungnahmen sind zu erwähnen:
- die STIKO hat sich nach gründlicher Analyse klar positioniert und geht bisher davon aus, dass kein erhöhtes Risiko erkennbar ist,
- die Akademie für Kinderheilkunde hat sich bereits 2003 in gleicher Weise geäußert,
- in einer englischen Studie wurde nachgewiesen (nicht 6fach-Impfstoff), dass geimpfte Säuglinge ein geringeres SID-Risiko hatten als noch nicht geimpfte Säuglinge: www.babyschlaf.de/e57/e73/e581/pRevFiles590/020-027Poets.pdf (siehe Poets Seite 26),
- in einer amerikanischen Studie zum Pneumokokkenimpfstoff ergab sich das gleiche Ergebnis (geimpfte Kinder hatten ein geringeres SID-Risiko als geimpfte).

Innerhalb des Deutschen Hebammenkongresses 2004 gab es ebenfalls eine Anfrage zu diesem Thema; Auszug aus der Antwort:
" In der Diskussion wurde auf 2 Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung hingewiesen und nach dem möglichen Zusammenhang zwischen SID und Impfung gefragt. Es konnten keine weiteren Erkundigungen eingeholt werden, in welcher Schlafposition diese Kinder verstorben sind (Bauchlage oder Rückenlage ? Cosleeping oder eigenes Bett ? Hatten die Eltern geraucht etc. ?). Diese zusätzlichen Fragen sollen nur andeuten, dass auch in diesen tragischen Fällen detaillierte Analysen zur Auffindungssituation, zur Anamnese, zum klinischen Status sowie zu den autoptischen und virologischen Ergebnissen erforderlich sind, um evtl. gewisse Anhaltspunkte herauszufinden, ob es sich um einen plötzlichen Säuglingstod handelte, ob eine akute Erkrankung vorlag oder ob ein Zusammenhang mit der Impfung vermutet werden könnte. Zu der Frage insgesamt gibt es ausführliche Analysen und aktuelle Stellungnahmen der Ständigen Impfkommission Deutschlands. Die gemeldeten Todesfälle wurden gründlich untersucht und es fanden sich keine Zusammenhänge mit der unmittelbar vorausgehenden Impfung. Die bisherigen Studien zeigen, dass in großen Gruppen geimpfter Kinder weniger SID-Fälle zu beobachten waren, als in Gruppen, die noch nicht geimpft waren. Nur knapp die Hälfte der SID-Opfer war bereits geimpft worden (149 von 309 gestorbenen Kindern), während in der lebenden Kontrollgruppe ohne SID-Opfer bereits zwei Drittel der Kinder geimpft waren (822 von 1234) (Mitchell EA: Arch. Dis. Child. 1995; 73: 498-501; zit. in: Poets 2004, siehe: www.babyschlaf.de, Weiterbildung, Textband Tagung 2004).

Leider kommt es zu einem zeitlichen Zusammentreffen des 1. Häufigkeitsgipfels des plötzlichen Säuglingstodes zwischen dem 2.-4. Lebensmonat und den Impfzeitpunkten, so dass aus der zeitlichen Koinzidenz eine Kausalität vermutet wird. Drei wesentliche Schlußfolgerungen ergeben sich aus diesen Überlegungen und Beobachtungen:

1. Die Eltern sollten auf die Hinweise zum Gesunden Babyschlaf mehrfach angesprochen werden, insbesondere auch Eltern, die bereits mehrere Kinder haben, sollten mit dem aktuellen Kenntnisstand vertraut gemacht werden.

2. An der Effektivität der empfohlenen Impfprogramme bestehen keine Zweifel. Die Impfungen sind ein wesentlicher Teil unserer positiv besetzten Präventionsbemühungen. Impfgegner sollten sich mit dem natürlichen Verlauf und mit der Häufigkeit solcher Erkrankungen wie Tetanus (bei Ausbruch 100%ig tödlicher Verlauf), Kinderlähmung (noch heute leiden 70jährige an den Spätfolgen der Polio, da sie noch nicht durch die Impfprogramme geschützt werden konnten) und aller weiterer Erkrankungen vertraut machen, gegen die geimpft wird. Vor jeder Impfung sollte nach den wenigen Kontraindikationen und nach Hinweisen für akute Infekte gefahndet werden und gemeinsam mit dem Kinderarzt über den günstigsten Zeitpunkt der Impfung entschieden werden.

3. Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung Nebenwirkungen oder gar Todesfälle beobachtet werden, sollten diese umfassend dokumentiert und ohne Zeitverzug gemeldet werden. Die Autopsie dieser Kinder sollte inkl. entsprechender virologischer und mikrobiologischer Untersuchungen obligat veranlasst werden. Seitens des Babyhilfe Deutschland e.V. und seitens der Arbeitsgruppe Prävention des Plötzlichen Säuglingstodes des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales wird mit Hochdruck an der Einrichtung von Säuglingssterblichkeits-Kommissionen auf Länderebene gearbeitet, in denen zeitnah und fallbezogen eine unabhängige interdisziplinäre konkrete Analyse von Todesfällen im Säuglingsalter erfolgt. Auf diesem Wege soll eine weitergehende systematische Schwachstellenanalyse im Sinne eines positiven Risikomanagements innerhalb unseres Gesundheitswesens angeregt werden."
Quelle: www.babyhilfe-deutschland.de/hebkarlsruhe.php .

Schlußfolgerungen:

Jeder Fall sollte gemeldet und gründlichst analysiert werden, inkl. Autopsie.
Impfungen sollten (zumindest aus meiner persönlichen Sicht) nur bei offensichtlicher Infektfreiheit des Kindes erfolgen.

Für die 6-fach-Impfung ist zur Zeit kein Hinweis für eine erhöhtes SID-Risiko nachzuweisen. Wenn Eltern dennoch besorgt sind und nur die 5-fach und zeitlich versetzt die Hepatits-B-Impfung wünschen, ist gegen dieses Vorgehen nichts einzuwenden.

(Immer wieder sollte auch an die zahlreichen Vorteile der Impfungen mit Zahlen erinnert werden: wieviele Kinder würden sterben, wenn es keine Impfungen gäbe; hierzu ist z.B. folgende übersichtliche Seite inkl. Links zu empfehlen: www.kinderarzt-coburg.de/impf.html ).


Prof. Dr. med. Ekkehart Paditz
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
Fetscherstr. 74
D-01307 Dresden
Tel. 0351. 458 3160
Fax 0351. 458 5772
mail: Ekkehart.Paditz@uniklinikum-dresden.de
www.babyhilfe-deutschland.de
www.babyschlaf.de

externer Link: www.impfinformationen.de


Siehe auch:
internal Link Druckversion: Impfung ohne SID-Risikoerhöhung

 

 
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