Die häufigste Diagnose in den meisten Kinderkliniken in Deutschland sind Durchfallerkrankungen, die insbesondere bei Säuglingen rasch mit einem deutlichen Flüssigkeitsverlust einhergehen können. Etwa 50% dieser Durchfälle werden durch die sehr verbreitet auftretenden Rotaviren verursacht. Man rechnet in Deutschland mit mehr als 400.000 Erkrankungen bis zum 5. Lebensjahr pro Jahr. Mehr als 100.000 Kinder müssen dem Arzt vorgestellt werden und für 13.500 Kinder ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
Leider nützen gründliche Desinfektionsmaßnahmen oftmals nicht, um diese stark ansteckenden Viren zu vertreiben, so dass es dann doch zu sogenannten Schmierinfektionen kommt. Sehr viele Säuglinge können auf einmal betroffen sein. Glücklicherweise geht diese Infektion in unseren Breitengraden nach entsprechender Behandlung in aller Regel gut aus. In Entwicklungsländern sterben zahlreiche Babys infolge von Rotavirusinfektionen.
Die gute Nachricht lautet: es gibt inzwischen zwei gut verträgliche und gut wirksame Impfstoffe, die in Form einer Schluckimpfung gegeben werden können. Im Februar 2006 erfolgte die Zulassung für Deutschland. Der Impfstoff kann gleichzeitig zur 6-fach-Impfung im Alter von 8 bis 12 Wochen gegeben werden. Momentan laufen in Deutschland innerhalb der Fachgesellschaften und der Impfkommissionen noch die entsprechenden Abstimmungen, so dass zur Zeit noch keine Kostenübernahme seitens der Krankenkassen zugesagt werden kann. Es ist aber zu erwarten, dass es auf dem Gebiet der Prävention dieser häufigen Durchfallerkrankung in absehbarer Zeit weitere deutliche Fortschritte geben wird.
Gründliches Händewaschen nach dem Wickeln eines Babys, insbesondere wenn eine Durchfallserkrankung vorliegt, bleibt weiterhin aktuell und sollte zu den Grundregeln der Säuglingspflege gehören.
Prof. Dr. med. habil. Ekkehart Paditz
Vorsitzender Babyhilfe Deutschland e.V.