Warnung vor Kunststoffwanne mit Nestchen fürs Baby im Elternbett
DNN Januar 2006
Guter Rat vom Kinderarzt
Wir möchten unser Baby in einem Nestchen mit Matratze und Kunststoffunterlage mit in unserem Bett schlafen lassen. Was sagen Experten dazu ?
Babys schlafen nach dem Stillen am sichersten in der Nähe der Eltern und im eigenen Bettchen, d.h. das Babybett sollte im ersten Lebensjahr mit im Schlafzimmer der Eltern stehen. Der bekannte Psychologe Dr. Hans von Lüpke von der Internationalen Studiengemeinschaft für Prä- und Perinatale Psychologie in der Medizin hat darauf hingewiesen, dass der akustische Signalaustausch zwischen der Mutter und dem Baby in ganz besonderem Maße zur Förderung der Entwicklung des Kindes beiträgt. Außerdem lernen dadurch beide Seiten, zügig und liebevoll aufeinander zu reagieren.
Neuerdings gibt es nun Konstruktionen, in denen Babys scheinbar gefahrlos wie auf einem dreiseitig umrandeten „Kuchenbrett“ mit im Bett der Eltern schlummern können. Das Baby soll dabei auf einer „stabilen Kunststoffwanne“ und einer dünnen Matratze schlafen. Durch die Kunststoffwanne ist nach unten keine Luftzirkulation möglich. Der Wärme- und Kohlendioxidstau ist auf luftundurchlässigen Unterlagen vorprogrammiert. Dies kann auch bei Schaf- und Lammfellen sowie bei Ökomatratzen erfolgen. Felle müssen deshalb mit der Aufschrift versehen werden „nicht als Unterlage für schlafende Babys geeignet“. Unsere Messungen haben ergeben, dass Kohlendioxid durch eine neu entwickelte Porenmatratze komplett nach unten hindurchtritt. Handelsübliche neu gekaufte Schaumstoffmatratzen haben diesen CO2-Durchlaßeffekt zu etwa 70%. Eine Ökomatratze sorgte dagegen für Wärme- und CO2-Stau. Die erwähnte Kunststoffunterlage wird zusätzlich von einem Nestchen umgeben, das im Gegensatz zu den Stäben eines Gitterbettchens auch zur Seite hin keine Luftzirkulation ermöglicht, wenn das Baby einmal mit Mund und Nase an dieses Nestchen heranrollt und sich nicht selbst aus dieser Position befreien kann. Nach unten im Fuß- und Beinbereich des Babys ist das Nestchen offen, so dass das Baby im Schlaf ins Bett der Eltern rutschen kann. Aus kinderärztlicher Sicht kann Eltern deshalb nicht zur Verwendung derartiger Produkte geraten werden.
Bitte achten Sie beim Kauf der Ausstattung des Babybettes darauf, dass eine feste, relativ wenig eindrückbare Schaumstoff-, Poren- oder Wabenmatratze im Bettchen liegt. Der Schlafsack darf nicht fehlen, da Ihr Baby darin schön eingepackt ist und sich nichts über Mund und Nase ziehen kann. Auf zusätzliche Bettdecken, Tücher, Nestchen und Fellunterlagen sollte im Interesse der Sicherheit des Babys verzichtet werden, damit eine Überwärmung und ein CO2-Stau durch die Verlegung von Mund und Nase vermieden wird. Frische Luft fördert den gesunden und erholsamen Schlaf Ihres Babys und natürlich auch der Erwachsenen. Das Schlafzimmer sollte deshalb in aller Regel nicht beheizt und gut gelüftet sein.
Prof. Dr. med. Ekkehart Paditz
Vorsitzender Babyhilfe Deutschland e.V.
www.babyschlaf.de
Beratungstelefon 0180. 50 99 555 (12 Ct./Min.)
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